Taufe

Die Taufe ist heilsrelevant

  • Die Taufe ist nötig für “uns” um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.
    • Mt 3,15“Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach.”Mt 3,15
  • Die Taufe ist zur Vergebung der Sünden.
    • Mk 1,4“So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.”Mk 1,4
    • εἰς ἄφεσιν ἁμαρτιῶν kommt auch in Mt 26,28 vor, wo es sich auf das Blut Christi bezieht, was ganz klar heilsrelevant ist und Sünden vergibt (vgl. Hebr 9,22).
      • Mt 26,28“Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.”Mt 26,28
      • εἰς wird niemals rückbezüglich verwendet. Wir lassen uns also taufen, damit unsere Sünden vergeben werden und nicht weil unsere Sünden vergeben sind, lassen wir uns taufen.
    • Taufe wäscht die Sünden ab.
      • Apg 22,16“Und nun, was zögerst du? Steh auf und lass dich taufen, und lass deine Sünden abwaschen, indem du den Namen des Herrn anrufst!”Apg 22,16
      • Das “indem” steht nicht im griechischen Text, sondern ist bereits ein Interpretation des vorliegenden Partizips.
        • Man könnte genauso gut auch temporal mit “während” übersetzen:
        • Während du dich taufst, rufst du den Herrn an.
        • Tatsächlich wird mit der Taufformel und der ganzen Absicht selbstverständlich der Herr angerufen.
        • Und in der Tat wird die Prophetie “Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden” in Apg 2,21 in den Kontext der Taufe gestellt. Es handelt sich hier um eine Taufpredigt (Apg 2,17; Apg 2,38).
        • Dementsprechend ist auch Eph 5,26 zu verstehen.
          • Eph 5,26“damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort”Eph 5,26
          • Es wird argumentiert, dass Wort und Wasser sich ausschließen und dass man durch den Glauben an das Wort wirklich gereinigt wird und nicht durch das Taufwasser.
          • Aber wir sagen hier ja gerade, dass bei der Taufe mit der Taufformel das Wasser und das Wort zusammen kommen.
            • Kommt das Wort zum Element, wird daraus ein Sakrament.
          • Vielmehr wäre hier überhaupt zu fragen, warum überhaupt das Bild des Wasserbades verwendet wird und nicht einfach nur ein Bad.
            • Es könnte ja einfach heißen “Bad im Wort”, stattdessen ist es “Bad im Wasser und Wort” bzw. “Wasserbad im Wort”.
            • Die Taufe hingegen ist wortwörtlich ein Wasserbad im Wort.
            • Sie ist ja gerade nicht nur ein Wasserbad. So etwas kann man auch in Schwimmbad haben.
      • Die Taufe reinigt nach Hes 36,25-26 von Sünden.
    • Wer sagt, dass die Johannestaufe ja noch nicht die christliche Taufe darstellt und keine Sünde vergeben kann, dem sei gesagt, dass es ja nur ein Abbild ist und die christliche Taufe dann sehr wohl die Sünden vergibt.
      • Apg 2,38“Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.”Apg 2,38
      • Auch liegt auf der Taufe die Verheißung des Empfanges der Gabe des Heiligen Geistes.
  • Die Taufe wird als Bedingung für die Errettung erwähnt.
    • Mk 16,16“Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.”Mk 16,16
    • Das UND kann meinen, dass nur eine Bedingung (Glaube) erfüllt sein muss, oder, dass beide Bedingungen (auch Taufe) erfüllt sein müssen.
    • Wäre nur eine Bedingung notwendig, dann wäre das hier überflüssig. Die Bibel sagt ja auch nicht einfach so: “Wer glaubt und einen Handstand macht, wird errettet werden.”
      • Jeder Buchstabe in der Bibel ist inspiriert und relevant.
    • Der zweite Teil des Verses erwähnt deshalb nicht die Taufe nochmal, weil sie etwa nicht heilsrelevant wäre, sondern weil bei Nichterfüllung der ersten Bedingung schon kein Heil mehr möglich ist. Darum muss sich auch nicht extra nochmal erwähnt werden, weil es dann ohnehin aussichtslos ist, das Heil zu erlangen, wenn schon die erste notwendige Bedingung nicht erfüllt wurde.
      • Außerdem kennt die Kirche die Möglichkeiten der Bluts- und Begierdetaufe. Deswegen kann es nicht explizit aufgelistet werden, obwohl es im Normalfall heilsrelevant ist.
    • Ist die erste Bedingung des Glaubens erfüllt, führt diese ja auch ohnehin zur Taufe. Ist diese jedoch nicht erfüllt, wird auch die Taufe nicht geschehen bzw. wäre dann auch nutzlos. Deswegen muss sie für den Kontext der Verdammnis nicht nochmal extra erwähnt werden.
  • Mit der Taufe bekommen wir Anteil an Jesu Tod.
    • Röm 6,4“Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.”Röm 6,4
    • Also ist doch die Taufe nach dem Glauben auch notwendig. Denn was nützt der Glauben, wenn ich erst durch die Taufe Anteil am Heilswerk Jesu bekomme.
    • Und wir werden mit der Taufe freigesprochen von der Sünde:
    • Röm 6,7“denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.”Röm 6,7
    • Wir sind also durch die Taufe freigesprochen von der Sünde, denn in diesem Kontext (Röm 6,3) bedeutet die Taufe das Sterben:
      • Röm 6,3“Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind?”Röm 6,3
  • Die Taufe rettet ganz explizit.
    • 1Petr 3,21“Dieses (das Wasser) rettet jetzt als Gegenstück (oder: gegenbildlich) auch euch, nämlich die Taufe…”1Petr 3,21
    • Das Wasser ist die Taufe und die rettet.
      • Das ist das Subjekt des Satzes und “rettet” ist das Prädikat.
    • Das “bildlich” / “gegenbildlich” ist ein Adjektiv und kein Adverb, was sich auf “retten” beziehen würde. Damit ist das Retten wörtlich gemeint.
      • Die Gegenbildlichkeit bezieht sich auf das Verhältnis von Wasser der Taufe und Wasser bei der Arche Noah.
      • Die Symbolik bezieht sich also nicht auf das Retten. Die Rettung findet hier ganz real statt!
  • Taufe notwendig um in das Reich Gottes einzugehen.
    • Joh 3,5“Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!”Joh 3,5
    • Wasser ist notwendig.
    • Wasser und Geist kommen als Paket.
      • Es heißt nicht “aus Wasser und aus Geist” sondern “aus Wasser und Geist”.
      • Demnach handelt es sich hier klar um die Taufe, wo man auch die Gabe des Geistes empfängt (Apg 2,38-39).

Die Taufe ist die Wiedergeburt

📖 “Dies Trugbild aber hat ihnen der Teufel selber untergeschoben, um die Taufe zur Wiedergeburt in Gott und den gesamten Glauben zu vernichten”

Irenäus von Lyon (130-202) – Gegen die Häresien: 1. Buch, Kapitel 21, Absatz 1

    • Aus Wasser und Geist geboren zu werden ist also die Wiedergeburt in der Taufe.
      • Die folgende Stelle ist die Standardstelle für die Wiedergeburt und sie spricht von Wasser und Geist (Joh 3,3).
      • Jedes Mal, wenn Gott etwas Neues macht, sind Wasser und Geist anwesend:
        • Die Schöpfung in Gen 1,2: “Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.”
        • Die neue Welt nach der Sintflut in Gen 8,11: “Und die Taube kam zur Abendzeit wieder zu ihm, und siehe, sie hatte ein frisches Ölbaumblatt in ihrem Schnabel! Da erkannte Noah, dass das Wasser sich verlaufen hatte auf der Erde.”
          • Die Taube steht für den Heiligen Geist (vgl. Lk 3,22). Es war wie eine Taufe (vgl. 1Petr 3,20-21).
        • Die Nation Israel nach dem Exodus in Ex 14,19-21: “19 Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und trat hinter sie; und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf und trat hinter sie. 20 So kam sie zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels; und sie war [für die einen] Wolke und Finsternis, und [für die anderen] erleuchtete sie die Nacht, sodass diese und jene die ganze Nacht nicht zusammenkamen. 21 Als nun Mose seine Hand über das Meer ausstreckte, da trieb der HERR das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind hinweg; und er machte das Meer zu trockenem Land, und die Wasser teilten sich.”
          • Gott in der Wolkensäule und die Meereswasser sind wie eine Taufe für der Israeliten (vgl. 1Kor 10,1-2).
        • Der neue Bund soll nach Hes 36,25-26 wie folgt aussehen: “25 Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 26 Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben;”
          • Dies ist übrigens auch eine gute Hinweisstelle für die Wiedergeburt, denn sie bekommen hier nach der Taufe ein neues Herz und den Heiligen Geist.
        • Der neue Adam wird getauft in Lk 3,21-22: “21 Es geschah aber, als alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, da tat sich der Himmel auf, 22 und der Heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab, und eine Stimme ertönte aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!”
      • Direkt nach der Episode mit Nikodemus fängt Jesus an mit Seinen Jüngern zu taufen (Joh 3,22).
  • Wir werden erst mit der Taufe am Leib Christi teilhaftig.
    • 1Kor 12,13“Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden…”1Kor 12,13
  • Man zieht Christus mit der Taufe an und nicht mit dem Glauben.
    • Gal 3,27“denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen.”Gal 3,27
  • Die Taufwiedergeburt ist eine der wenigen Lehren, wo sich ausnahmslos alle Kirchenväter einig waren.
  • Aber 1Joh 5,1 sagt, dass jeder, der glaubt, aus Gott geboren ist.
    • 1Joh 5,1“Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus Ihm geboren ist.”1Joh 5,1
    • Auch sagt 1Joh 4,7, dass jeder, der liebt, aus Gott geboren ist.
    • 1Joh 4,7“Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.”1Joh 4,7
    • Johannes meint nicht eine weltliche Liebe oder einen simplen Für-Wahr-Halten-Glauben, die man auch schon vor der Taufgnade haben kann.
      • Wir sehen, dass Johannes drastische Worte verwendet und in Kontrasten spricht.
      • Demnach kann auch keiner, der eine Sünde tut, wiedergeboren sein:
        • 1Joh 3,9-10“9 Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde; denn Sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. 10 Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels offenbar: Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, ist nicht aus Gott , ebenso wer seinen Bruder nicht liebt.”1Joh 3,9-10
        • 1Joh 5,18“Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern wer aus Gott geboren ist, der bewahrt sich selbst, und der Böse tastet ihn nicht an.”1Joh 5,18
        • 3Joh 1,11“Mein Lieber, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute! Wer Gutes tut, der ist aus Gott; wer aber Böses tut, der hat Gott nicht gesehen.”3Joh 1,11
        • Wir sehen also, dass es hier nicht um die Lehre der Wiedergeburt geht, sondern um die Haltungen bzw. Eigenschaften, die einen Christen ausmachen.
      • Auch sollten wir auf die folgenden Verse in 1Joh 5,2-5 achten:
        • 1Joh 5,2-5“2 Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. 3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. 4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 5 Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?”1Joh 5,2-5
        • Die aus Gott Geborenen lieben und halten die Gebote Gottes.
        • Er überwindet die Welt.
        • Der Glaube, von dem in Vers 1 die Rede war, ist es, mit dem die aus Gott Geborenen die Welt überwinden.
        • Und in Vers 5 wird die Klammer geschlossen und nochmal wiederholt, dass diejenigen, die an Jesus glauben, diejenigen sind, die die Welt überwinden: Also die aus Gott Geborenen.
      • Ab Vers 6 wird das ganze dann mit der Taufe verknüpft:
        • 1Joh 5,6-8“6 Er ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist, Jesus der Christus; nicht durch Wasser allein, sondern durch Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis gibt, weil der Geist die Wahrheit ist. 7 Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins; 8 und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.”1Joh 5,6-8
        • Das Blut Christi ist das, was für unsere Sünden sühnt, und das Wasser der Taufe ist das, was uns von unseren Sünden reinigt und uns den Heiligen Geist bringt (vgl. Hes 36,25-26).
        • Somit sind, wie 1Joh 5,6-8 sagt, das Blut, das Wasser und der Geist bei der Wiedergeburt beteiligt, die uns zu Christen macht (vgl. Joh 19,33-34).
          • Joh 19,33-34“33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, 34 sondern einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.”Joh 19,33-34
        • Diese 3 Beteiligten kommen im Paket, da sie alle 3 Zeugnis geben müssen.
      • Es ist also anzunehmen, dass mit “aus Gott geboren” nicht die Wiedergeburt gemeint ist, auch wenn es natürlich Gemeinsamkeiten gibt.
        • Eventuell ist damit die wirksame Gnade Gottes gemeint.
  • Die Taufe steht für das Sterben mit Christus und das neue Leben. Also ist die Taufe die Wiedergeburt.
    • Wir wandeln in neuem Leben:
    • Röm 6,4“Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.”Röm 6,4
  • Mk 1,8: “Ich habe euch (nur) mit Wasser getauft, er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen.”
      • Wenn Johannes der Täufer betont, dass er bloß mit Wasser tauft, die christliche Taufe durch Jesus dann aber mit heiligem Geist passiert, dann legt das Nahe, dass Joh 3,3 tatsächlich von der Taufe spricht, da auch Wasser und Geist vorhanden sind.
      • Die Johannes-Taufe war also tatsächlich symbolisch, und zwar symbolisch für das Original, was durch Christus kommt, was dann nicht mehr symbolisch ist.
        • Wäre die Christus-Taufe auch nur symbolisch, worin besteht dann der Vorteil dieser Taufe. Wieso spielt dann Johannes seine Taufe so herunter?
          • Mt 3,11: “Ich taufe euch nur mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht gut genug, ihm seine Schuhe abzunehmen der wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen.”
          • Wieso tauft Johannes “nur” mit Wasser, wenn Jesus auch “nur” mit Wasser tauft und nicht mit heiligem Geist, der die Wiedergeburt bewirkt?
          • Wo ist Christus dann stärker oder mächtiger in diesem Bezug? Wo ist dann Seine Taufe der Taufe des Johannes überlegen?
          • Jesus selbst beginnt Seinen Taufdienst in Joh 4,1, wo Wasser und Geist zusammenkommen.
  • Das Wort “aus” (Wasser und Geist) in Joh 3,5 zeigt, dass Wasser und Geist ursächlich sind für die Wiedergeburt.
    • Wenn man also hier das Wasser bildlich/symbolisch verstehen will, dann muss man es auch mit dem Geist, denn sie kommen als Paket (siehe oben). Somit wäre nicht nur das Wasser ein Symbol-Zeichen für die Wiedergeburt, sondern auch der Geist. Das heißt, die Wiedergeburt hätte den Geist gar nicht, sondern Er steht nur symbolisch für die Wiedergeburt.
  • Parallelen:
Taufe Wiedergeburt
Man muss getauft werden (Mt 28,19). Man muss wiedergeboren werden (Joh 3,7).
Sie beinhaltet Wasser und Geist (Joh 1,33; Apg 10,47). Sie beinhaltet Wasser und Geist (Joh 3,3-5).
Sie ist eine Art Neugeburt (Röm 6,1-4; 2Kor 5,16-21). Sie ist eine Art Neugeburt (Joh 3,3-5).
Sie wird von Gott bewirkt (Röm 6,1-4; 2Kor 5,16-21). Sie wird von Gott bewirkt (1Petr 1,3).
Wir kennen niemanden nach dem Fleisch (2Kor 5,16-21). Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und das aus dem Geist ist Geist (Joh 3,6).
Sie rettet (1Petr 3,21). Sie rettet [davor nicht das Reich Gottes zu verpassen] (Joh 3,3-5).

Die Kindertaufe ist legitim

  • Wenn die Taufe die Wiedergeburt ist, dann ist es sogar schlau und notwendig die Kinder so schnell wie möglich zu taufen.
  • Johannes der Täufer hätte schon im Mutterleib getauft werden dürfen. Man hätte sie ihm sogar nicht verweigern dürfen. Das ist ein Gegenbeweis zur Behauptung, dass Säuglinge niemals getauft werden dürfen. Damit ist das baptistische Taufverständnis schon einmal logisch ausgeschlossen.
    • Er war von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt.
      • Lk 1,15“Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit Heiligem Geist wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an.”Lk 1,15
    • Jemanden, der den Heiligen Geist hat, darf man die Taufe nicht verweigern (Apg 10,47[2]).
      • Apg 10,47“Kann auch jemand diesen das Wasser verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten, die den Heiligen Geist empfangen haben gleichwie wir?”Apg 10,47
    • Natürlich können Kinder noch nicht mit vollem Intellekt glauben, wie wir Erwachsenen. Aber wir sollen ja auch das Reich Gottes annehmen, wie es die Kinder tun.
      • Mt 18,3“…Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!”Mt 18,3
  • Kinder können in das Reich Gottes kommen, in das man ja nur durch die Taufe kommt.
    • Mk 10,14“Als das Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!”Mk 10,14
    • Kontext von Reich Gottes ist das ewige Leben.
      • Mk 10,17“…Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu erben?”Mk 10,17
      • Weiterer Beleg für Kontext: Ewiges Leben entspricht dem Reich Gottes.
        • Mk 10,25“Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.”Mk 10,25
    • Man kommt ins Reich Gottes nur durch die Taufe.
      • Joh 3,5“Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!”Joh 3,5
    • Ergo, Kinder dürfen getauft werden. Man soll sie zu Gott in sein Reich kommen lassen und ihnen nicht wehren!
  • Die Taufe ist in erster Linie ein Befehl an die Täufer und nicht die Täuflinge.
    • Zwar kennen wir auch Aufforderungen an potentielle Täuflinge, sich taufen zu lassen, aber dies hat mehr informierenden und zu Kooperation aufrufenden Charakter.
    • Der Taufbefehl geht an die Täufer.
    • Somit ist die Taufe nicht ein Ausdruck des Bekenntnisses eines Gläubigen sondern das Aufnahmeritual durch den Missionar.
  • Auch den Kindern gilt die Verheißung, die auf der Taufe liegt, nämlich dass die Gabe des Heilige Geistes empfangen wird.
    • Apg 2,38-39“38 Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. 39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.”Apg 2,38-39
    • Der Kontext ist ganz klar die Taufe.
    • Die Taufe ist die Bedingung für den Empfang der Verheißung.
    • Und die Verheißung gilt auch den Kindern (wie vom Prophet verheißen: Joel 3).
    • Wenn also die Verheißung auch den Kindern gilt, dann muss auch die Bedingungen den Kindern erlaubt sein.
    • Denn der Heilige Geist soll auf “alles Fleisch” ausgegossen werden.
  • Auch Kinder sind durch das Meer gegangen.
    • 1Kor 10,1-2“1 Ich will aber nicht, meine Brüder, dass ihr außer Acht lasst, dass unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durch das Meer hindurchgegangen sind. 2 Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer,”1Kor 10,1-2
    • Es ist ein alttestamentliches Abbild für die Taufe, denn die Israeliten wurden dort “auf Mose getauft”.
  • Auch Kinder wurden beschnitten.
    • Kol 2,11-12“11 In ihm seid ihr auch beschnitten mit einer Beschneidung, die nicht von Menschenhand geschehen ist, durch das Ablegen des fleischlichen Leibes der Sünden, in der Beschneidung des Christus, 12 da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mitauferweckt worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.”Kol 2,11-12
    • Die Beschneidung ist ein alttestamentliches Abbild für die Beschneidung am Herzen, welche mit der Taufe geschieht.
  • Auch Kinder starben in den Wassern der Sintflut.
    • 1Petr 3,20-21“20 die vor Zeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser, 21 welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.”1Petr 3,20-21
    • Die Wasser der Sintflut sind ein alttestamentliches Abbil für das, was die Taufe symbolisiert, nämlich den Tod.
      • Da auch Kinder in der Sintflut gestorben sind, dürfen auch Kinder in der Taufe sinnbildlich sterben.
  • Die Kinder werden durch die Eltern geheiligt.
    • 1Kor 7,14“Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.”1Kor 7,14
    • Eine Säuglingstaufe kann demnach bei gläubigen Eltern nicht pauschal abgelehnt werden. Denn könnte etwas heiliges und reines etwa nicht getauft werden?
      • Auch Petrus wurde von Gott gezeigt, dass was Gott gereinigt hat (Heiden), man nicht als unrein bezeichnen soll. Nach Erlangung dieser Erkenntnis, war er dazu bereit, auch die Heiden zu taufen. Wenn also Gott hier die Kinder von Gläubigen rein nennt, dann sollten wir auch bereit sein, diese zu taufen.
  • Haustaufen
    • Es ist anzunehmen, dass ein Haushalt auch Säuglinge umfasste (vgl. 1Kor 1,16 “Haus des Stephanas getauft”).
  • Selbst wenn Kindertaufen nicht explizit in der Schrift erwähnt werden (max. implizit durch Haustaufen), so ist dies noch kein Argument.
    • Es war die erste Generation Christen. Es wird eben nur noch nicht explizit ein Fall berichtet, wo Christen Kinder kriegen.
    • Es ist ein Argumentum ex silencio. Denn die Kindertaufe wird auch nicht explizit verboten.
      • Die Bedingung des Glaubens und Bekennens wird nur an mündige Erwachsene gestellt, was eine ganz andere Kategorie darstellt.
      • Ebenso gut könnte man Frauen vom Abendmahl/der Eucharistie ausschließen, weil nirgendwo explizit erwähnt wird, dass sie daran teilnahmen.
        • Auch alttestamentliche Vorbilder beim Passahmahl gelten nicht, weil die Beschneidung als alttestamentliches Vorbild für die Taufe ja auch nicht gelten gelassen wird.
      • Rein deskriptive Berichte haben nicht notwendigerweise präskriptiven Charakter.
  • Im Alten Bund wurde verlangt, Kinder zu beschneiden. Der Neue Bund Jesu ist expansiver, nicht restriktiver! Wenn wir aber keine Kinder taufen dürfen, wurde der Neue Bund wesentlich restriktiver.

Die Taufe kann auch durch Besprengung und Übergießen stattfinden

  • Beim Händewaschen wird der Körper auch nicht voll eingetaucht, sondern das Wasser wird übergossen.
    • Auch beim Händewaschen wird das griechische Wort für “taufen” verwendet:
    • Lk 11,38“Der Pharisäer aber verwunderte sich, als er sah, dass er sich vor dem Mittagsmahl nicht gewaschen (baptizo) hatte.”Lk 11,38
    • Das Übergießen ist die Symbolik dafür, dass der Geist ausgegossen wird.
      • Da der Geist bei der Taufe ausgegossen wird, ist dies eine passende und legitime Symbolik.
      • Apg 2,16-17.38“16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: 17 »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; […] 38 Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.”Apg 2,16-17.38
      • Auch Könige, Propheten und Priester wurden schon im Alten Testament mit Öl übergossen als Symbolik für den Geist.
      • Natürlich ist auch das Untertauchen als Tod und Begrabung nach Röm 6 eine passende und legitime Symbolik.
  • Besprengung beschreibt hingegen am besten den Reinigungsaspekt der Taufe wie in Ps 51,9 angezeigt.
    • Ps 51,9“Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!”Ps 51,9
    • Es wurde Ysop mit einem Stab auf Leute besprengt.
      • Hebr 9,19“Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk”Hebr 9,19
  • Die Israeliten wurden bei der Durchquerung des Meeres auch nicht sonderlich nass.
    • Sie gingen hindurch mit trockenen Füßen (Ex 14,22).
    • Die Meeresdurchquerung ist Abbild für die Taufe (1Kor 10,1-2).
    • Sie wurden nicht untergetaucht. Ja, es ging ja gerade darum, dass sie nicht untergetaucht werden. Maximal haben sie ein paar Spritzer abbekommen wie bei der Besprengung.
  • Der neue Bund wird laut Hes 36,25-26 durch Besprengung von Wasser begonnen.
    • Hes 36,25-26“25 Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 26 Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben;”Hes 36,25-26

Der Schächer am Kreuz wurde auch ohne Taufe gerettet

  • Die katholische Kirche kennt sowohl die Begierde- als auch die Blutstaufe.
    • Aber unter normalen Umständen ist Taufe heilsrelevant.
    • Der Räuber am Kreuz hatte das Original mit der Kreuzigung / dem Märtyrertod.
      • Lk 12,50“Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist!”Lk 12,50
      • Mk 10,38“Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde?”Mk 10,38
      • Der Schächer hat die Taufe (Kreuzestod und Begräbnis nach Röm 6) am eigenen Leib erlebt, die wir in der Wassertaufe als Bild nachvollziehen.
  • Der neutestamentliche Taufbefehl wurde erst nach der Auferstehung gegeben und somit dann auch erst verbindlich, obgleich auch vorher schon getauft wurde.
    • Die Johannes-Taufe war ungültig.
      • Apg 19,3-5“3 Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber erwiderten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Da sprach Paulus: Johannes hat mit einer Taufe der Buße getauft und dem Volk gesagt, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm kommt, das heißt an den Christus Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus.”Apg 19,3-5
  • Jesus hat das Recht jederzeit Ausnahmen zu machen und hatte davon am Kreuz für den Räuber auch Gebrauch gemacht.
  • Rein logisch gesehen ist sogar gar nicht auszuschließen, dass der Schächer am Kreuz ein abgefallener Jünger Christi war, der schon getauft wurde (vgl. Joh 3,22).
    • Es ist zwar unwahrscheinlich, aber die Bibel lässt diese Option offen.

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